Engel der Vernichtung (2026)
Vier Schauspieler*innen warten in einem Filmset auf den Beginn ihres naechsten Drehs: Ein Remake ihres grossen Kinoerfolgs "Ghosts" soll entstehen. Doch das Filmteam erscheint nicht. Nach gescheiterten Versuchen, das Management zu erreichen und den Dreh selbst in die Hand zu nehmen, merken die Spieler*innen, dass sie den Ort nicht mehr verlassen koennen. Eine unsichtbare Grenze scheint sie auf dem Set einzuschliessen.
Zurueckgeworfen auf sich selbst, sind sie mit Alter, versaeumten Liebschaften, Neid, Krankheit und Sterblichkeit konfrontiert. Gleichzeitig erobert KI die Welt auch vor den Toren Hollywoods: Digitale Doubles, algorithmische Verjuengung und das Wiederbeleben verstorbener Kinogroessen verschieben die Zukunft von Schauspiel und Erzählen.
Vor diesem Gegenwartsphänomen eignet sich "Engel der Vernichtung" den Plot von Luis Bunuels surrealistischem Filmklassiker "Der Würgeengel" (1962) fuer die Bühne an. Durchgaengig von einer Livekamera begleitet, wird die Theaterbuehne zum Filmset und die Auffuehrung zum Live-Film. Die Arbeit verhandelt die Frage, was menschliche Praesenz noch wert ist, wenn KI jedes Laecheln perfekter und jedes Leiden glaubwürdiger darstellen kann.
Jos Schmid